MIT EINEM BESUCH EINES DER „KINDER“ BEI UNS IN DEUTSCHLAND UND EINEM GEGENBESUCH IN CHILE WAR AUCH DAS JAHR 2023 WIEDER SEHR EREIGNISREICH FÜR DIE KIDS IN GRANEROS UND UNS HIER IN DEUTSCHLAND. 

Aber der Reihe nach…

Im März 2023 erhielt Stephan Franken, der Initiator unseres Projektes, Besuch aus Chile. Felipe Montañares, 29 Jahre alt, war zu Besuch in Deutschland. Den Kontakt hatte die Leiterin unseres Kinderhilfsprojektes in Graneros, Barbara Corvalán, hergestellt.

=== 20 Jahre zuvor ===

Die drei französischen Nonnen Martine, Marie-France und Marie-Bernadette kümmern sich in den ärmsten Vierteln von Graneros um die Kinder. Als Volontär hat Stephan Franken die Nonnen und ihre Arbeit 2002 kennengelernt. Für einige Monate unterstützt er sie in der Arbeit mit den Heranwachsenden, begleitet Hausaufgaben und Ausflüge und spielt in der freien Zeit mit den Kindern. Nach der Abberufung der Nonnen durch ihren Orden kann der inzwischen gegründete Verein Graneros Kids e.V. durch Spendengelder die Fortführung der Arbeit mit den Kindern sicherstellen.

Felipe Montañares, damals 9 Jahre alt, kommt als ältestes Kind der Familie Montañares regelmäßig in die Betreuung im Centro. Seine Eltern sind Landarbeiter und kämpfen mit dem saisonalen Verdienst während der Erntezeit um das Überleben der Familie. Seine Schwester Javiera ist zu dieser Zeit knapp 2 Jahre alt und wird von der Mutter mit aufs Feld genommen, damit diese ihre Arbeitskraft für den Familienverdienst mit einbringen kann.

====== 2023 ======

20 Jahre später also – Felipe ist inzwischen 29 Jahre alt und hat sein Studium der Geschichte an der Universität Concepción abgeschlossen – ist der angehende Doktorand in Antiker Geschichte im Rahmen seiner Forschungstätigkeit auf einer Reise durch Europa. Eine der ersten Anlaufstellen ist der Kontakt zu den GranerosKids und dem Initiator des Vereins. Bei dem 2-tägigen Besuch Anfang März nutzt er die Gelegenheit, um seine grenzenlose Dankbarkeit für die Arbeit des Vereins zum Ausdruck zu bringen.

„Meine Eltern sind Landarbeiter,“ so Felipe, „ich bin der Erste in unserer Familie, der studiert hat. Heute sind beide sehr stolz auf meine Schwester Javiera und mich – doch vor 20 Jahren sollte ich lieber mithelfen, Geld zu verdienen, statt ins Centro zu gehen und zu lernen.“ 

Javiera ist heute 22 Jahre alt und hat im Rahmen ihres Studiums der Anthropologie in Santiago ein Stipendium für ein Jahr an der Universität in Bilbao (Spanien) erhalten. Neben dem Studium bastelt sie die in Südamerika sehr verbreiteten Traumfänger aus Weidenzweigen, die sie über ihren eigenen Online-Shop vertreibt. Ihr Bruder bringt ihrer beider Dankbarkeit und Demut auf den Punkt: „Ohne Eure Hilfe aus Deutschland wäre unser Leben anders verlaufen, wir wären Landarbeiter wie unsere Eltern. Vielen vielen Dank – Ihr habt unser Leben verändert!“